Die Phasen jeder Veränderung – So erkennst du deinen nächsten Schritt

Du willst dein Business voranbringen, brauchst einen gesünderen Lebensstil, mehr Ordnung oder ein besseres Verhältnis zu jemandem … Kaum ein Tag, an dem du nicht mit irgendeiner Veränderung beschäftigt bist. Aber wie funktioniert Veränderung eigentlich? Und was hilft dir beim nächsten Schritt?

Veränderung ist ein Prozess und durchläuft verschiedene Etappen. In meinen Coachings arbeite ich mit 3 Phasen. Dieses System möchte ich in diesem Blogartikel auch mit dir teilen.

Wir alle sind schon mit unseren Veränderungen gescheitert. Das meist gehörte Fazit: Es hat halt nicht geklappt. Und für die Erklärung, warum es nicht geklappt hat, picken wir dann meist einen Fehler in der Umsetzung heraus. Die Phase der Umsetzung ist allerdings nur der sichtbare Teil „des Eisbergs“. Was unsere Titanic in den meisten Fällen auf Grund laufen lässt, sind Fehler in den Phasen davor.

Nimm dir eine Veränderung aus der letzten Zeit, die dir nicht geglückt ist und spiele sie mit den nun folgenden Tipps durch. 

Phase 1 Erkennen

Es muss also etwas verändert werden. Aber anstatt sich sofort auf die Möglichkeiten der Veränderung (also die Umsetzung) zu stürzen gilt es die Situation erst genau zu verstehen. Um was geht es wirklich? Wo drückt der Schuh? Wo liegt der Ursprung des Problems? Ein Beispiel aus dem Business: Der Gewinn ist zu gering. Da ist der übliche Schnelldurchlauf: Wir brauchen mehr Aufträge. Wie kommen wir zu mehr Aufträgen? Mehr Kunden. Dann machen wir doch schnell diese oder jene Marketingaktion …

Aber liegt das Defizit im Gewinn überhaupt an zu wenig Kunden? Oder gibt es Stellen im Unternehmen, wo die Kosten aus dem Ruder laufen? Sind die Produkte oder die Dienstleistungen von bester Qualität? Wird die richtige Zielgruppe angesprochen? Passt die Positionierung noch?

Damit wird der Horizont geöffnet, um die ganze Situation einschätzen zu können. Ja, das kostet Energie und auch Zeit. Mehr als ein Schnellschuss mit einer Marketingaktion. Aber nur so gelingt eine nachhaltige Veränderung. Und nachhaltig bedeutet, womit du auch in Zukunft noch gut leben kannst.

Phase 2 Entscheiden

Nach dem Erkennen geht es darum, sich bewusst zu entscheiden. Manchmal ist die Phase Erkennen eine Erleichterung. Manchmal aber auch harte Kost. Stellst du nämlich fest, dass deine Positionierung nicht mehr passt, hat das umfangreichere Konsequenzen als eine neue Marketingaktion. Du musst vielleicht zurück zum Start. Musst dir eingestehen, dass du in den letzten Monaten oder sogar Jahren etwas übersehen hast. Aber egal, welche Erkenntnis du hast, es gilt immer „Besser spät als nie“. Wenn du nämlich beginnst dein Unternehmen an der falschen Stelle zu reparieren, wird es dir letztlich nichts bringen. Um in unserem Beispiel zu bleiben. Durch mehr Marketing würde das Problem von zu wenig Gewinn entweder gar nicht oder nur kurzfristig verbessert.

Eine gute Entscheidung kann also erst getroffen werden, nachdem die Phase des Erkennens gründlich durchlaufen wurde. In obigem Beispiel gibt es also gar keine Entscheidung, bzgl. einer Marketingaktion zu treffen, sondern die Entscheidung, dass die Positionierung überarbeitet werden muss. Damit beginnt ein neuer Prozess mit Phase 1. Erkennen, wie die Positionierung verbessert werden kann. Und mit diesem Thema geht es dann in die Phasen Entscheidung und Umsetzung. 

Wenn du dir bewusst bist, in welcher Phase du dich befindest, erkennst du leichter den nächsten Schritt.

Kannst du dich nicht entscheiden, egal worum es geht, sollte immer die erste Frage sein: Hast du die Phase Erkennen wirklich durchlaufen? Hast du genau erfasst, worum es geht? Erst dann ist die Zeit zum Brainstormen. Jetzt gilt es verschiedene Möglichkeiten zu finden, mit denen du deine Veränderung bewirken kannst. Also in obigem Beispiel für eine bessere Positionierung. Von Team-Sitzung, Fachbüchern, Onlinekursen bis zu Experten-Coaching. Schreibe dir alle Möglichkeiten auf. Und nutze am besten immer das gleiche System. Du kannst ein Mindmap erstellen, ein Flipchart benutzen, eine App, ein Programm am Computer oder mit Post-it arbeiten. Wenn ich alleine arbeite, ist mein Favorit ein DIN-A3-Block, auf dem ich mit kleinen quadratischen Post-its arbeite. Ich kann sie so lange umkleben und neu schreiben, bis es passt. Mit verschiedenen Farben schaffe ich verschiedene Kategorien. Im Team kann man gut mit Metawänden und Karten arbeiten. Ist das Team räumlich getrennt, gibt es tolle Online-Tools, die letztlich das gleiche ermöglichen. Mit der richtigen Vorarbeit wird jede Entscheidung leichter und macht sogar richtig Spaß.

Am Ende der Phase 2 braucht es ein klares Commitment. Das ist essenziell. Sprich aus und schreibe zusätzlich auf, wofür du dich entschieden hast. Das wird dir gute Dienste leisten. Eine gute Entscheidung braucht auch den richtigen Zeitpunkt. Man darf nicht zu früh entscheiden, aber auch nicht zu spät. Denn Zeitfenster schließen sich und keine Entscheidung zu treffen, ist auch eine Entscheidung. Allerdings selten eine Gute. Denn du musst letztlich damit zurechtkommen, wie die Umstände oder andere Menschen entscheiden.

Phase 3 Umsetzen

Erkennen und Entscheiden sind die Grundlagen für eine gute Umsetzung. Aber erst durch eine erfolgreiche Umsetzung kommt es tatsächlich zu einer Veränderung. Diese Phase kann schnell und leicht sein oder sich über einen langen Zeitraum erstrecken und dir viel abverlangen. Je größer also dein Projekt ist, desto wichtiger ist es, dein Vorgehen abzusichern. Gewöhne dir an, für deine Veränderungs-Projekte eine Übersicht mit den einzelnen Stepps anzulegen. Das kann im Computer sein, in deinem Handy oder auf Papier. Du schreibst dein Ziel auf und unterteilst es in Meilensteine, Wochenziele und einzelne To-dos. Im Laufe der Zeit kannst du Erledigtes löschen und Dazugekommenes ergänzen. Alleine diese Übersicht kann dich davor bewahren das Ganze aus den Augen zu verlieren. 

Oft sind es nämlich gar nicht große, unlösbare Probleme, die Veränderungen scheitern lassen, sondern kleine, die wir durch fehlende Prioritäten nicht gelöst bekommen. Wurde in obigem Beispiel entschieden, die neue Positionierung selbst im Team zu finden, gilt es dranzubleiben. Wenn es so nicht klappt, muss ein anderer Weg gefunden also z.B. ein*e Expert*in engagiert werden. In der Theorie klingt das logisch. Aber in der Praxis haben wir es alles schon anders erlebt.

Z.B. weil ein technisches Problem nicht gleich behoben wird, verliert man das Thema Blog oder Newsletter komplett aus den Augen. Weil man auf Instagram die Reels nicht hinbekommt, werden plötzlich auch keine Storys und Posts mehr gemacht. Weil man es zwei Wochen in Folge wegen Krankheit und einem Geschäftstermin nicht mehr zum Sport geschafft hat, trägt man den Termin in der dritten Woche gar nicht mehr in den Kalender ein. Mein Tipp, wenn du dies bemerkst, triff eine klare Entscheidung. Du kannst ein Veränderungsprojekt auch unterbrechen, aber bewusst. Sage dir z.B. ok, ich bin damit nicht in die dauerhafte Umsetzung gekommen. Aber ab Datum XY fange ich wieder an. Hast du die oben beschriebene Übersicht, hast du eine gute Absicherung, dass du dein Vorhaben nicht aus den Augen verlierst. 

Tust du dir damit schwer, dann ist vielleicht eins meiner Coaching-Angebote genau das Richtige für dich! Ich biete sowohl kleinere Coaching-Einheiten, als auch längerfristige Mentoring-Programme an. 

Take care of you and your business

Karin

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